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Spaziergang Flaneure & Flaneusen

Julia Friese
MTTR
Heinz Helle
Wellen

17 Uhr

Moderation: Carolin Callies und Kristin Wolz

Startpunkt:
Stadtbibliothek Ladenburg, Hauptstraße 8

Spaziergang Flaneure & Flaneusen Julia Friese MTTR Heinz Helle Wellen: Zeitplan

Flaneure & Flaneusen: Elternschaft in der Literatur:

Wie ist es, ein Kind zu bekommen? Wie ist es, eines aufzuziehen? Ungeschönt und radikal schauen Julia Friese und Heinz Helle hinter die Erwartungshaltungen an Elternscha , die alltäglichen Sorgen und Zärtlichkeiten, hinter den Unterschied, Eltern zu haben und Eltern zu sein. Julia Friese schreibt in ihrem Roman »MTTR« über die Auswirkungen deutscher Nachkriegserziehung, erzählt die Unfähigkeit der Babyboomer, Gefühle zu zeigen, und wenn dann nur durch Ersatzhandlungen: Kauf, Korrektur und Sorge. Ein Test im Büro bringt die Gewissheit: Teresa Borsig ist schwanger. Von der Idee einer Familie fühlt sie sich gleichzeitig angezogen und abgestoßen. Da sind die Erinnerungen an ihre Kindheit, an Distanz, Disziplin und Schläge. In der Abtreibungsklinik von den Schwestern zum Schlucken der Tablette gedrängt, geht Teresa in den Widerstand: Sie will doch Mutter werden. Nein, Mama will sie werden. Kann man geben, was einem selber fehlt?

Heinz Helle ist zum zweiten Mal Vater geworden. In seinem Roman »Wellen« schreibt er darüber, dass die kleine Tochter nachts nicht au ören kann zu schreien, und in der nächsten Nacht fragt er sich, ob sie noch atmet. Am Tag ndet er sich zwischen Windeln und Fläschchen und dem Playmobil des ersten Kindes wieder. Und während seine Frau die Hauptverdienerin ist, träumt er von einem Leben in einem großen Haus am Meer oder von Sex mit anderen. Er ist überfordert als Vater, verunsichert als Mann. Wieso fällt es ihm so schwer, sich in seine Rolle einzufügen?

Spaziergang Flaneure & Flaneusen Julia Friese MTTR Heinz Helle Wellen: Text
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