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Lesung

Marica Bodrožić: Pantherzeit.

Wolfram Lotz: Heilige Schrift I.

Samstag, 2. Juli, 10 Uhr, Waldpark
Bei Regen: Glashaus

Carolin Callies

Im Waldpark

 

Eine andere Zeit wird offenbar

Als im Frühling 2020 die Welt zum Stillstand kam und auch die Erde durchzuatmen schien, las Marica Bodrožić zwei Monate lang auf ihrem Balkon jeden Abend Rilkes Gedicht »Der Panther«. Wilder als alles Vergängliche, schreibt sie, der eigenen Eingesperrtheit zum Trotz, sei der Wunsch des Menschen, in Freiheit zu leben. Was aber können wir tun, wenn wir gar nichts mehr tun können?

In einem kleinen Dorf in Frankreich schreibt Wolfram Lotz ein Jahr lang mit, jeden Tag, von morgens bis nachts. Knapp 3000 Seiten. Das Dorf, das Flimmern des Internets, die Nachbarskatze, die kleinen Bewegungen, Donald Trump und die Schönheit, Miley Cyrus und Peter Handke, die spielenden Kinder, das Nachdenken über Theater und Literatur, der Himmel über dem Weinberg und das Überleben zwischen den alltäglichen Dingen, schreibend, Tag für Tag.

Marica Bodrožić und Wolfram Lotz gehen den Fragen nach absoluter Jetzt-Zeit nach. Sie sammeln philosophische Reflexionen und schreiben über Nähe und Liebe, über das Schreiben als Exzess und Heilung, die Erfahrung von körperlichem Schmerz und die hinter dem Schmerz sprechende Syntax der Heilung.

 
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Wolfram Lotz

liest aus »Heilige Schrift I.«

Wolfram Lotz, geboren 1981 in Hamburg, wuchs im Schwarzwald auf. Er studierte Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften in Konstanz und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2011 gewann er mit »Der große Marsch« u.a. den Kleist-Förderpreis und den Publikumspreis des Berliner Stückemarktes.

 

Der Kraft und dem Charme von Wolfram Lotz Heilige Schrift I kann man sich kaum erwehren, warum sollte man das auch wollen? 

Süddeutsche Zeitung