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Lesung

Emma Braslavsky: Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten

Daniela Danz: Wildniß

Samstag, 2. Juli, 21 Uhr, Waldpark
Bei Regen: Glashaus

Moderation: Carolin Callies

Im Waldpark

 

Wir haben die Zukunft / an unsere Gelenke gebunden: Wie lieben wir morgen?

Auf in die Nacht mit Überlegungen wie: Kann man sich in eine künstliche Intelligenz verlieben? Oder: »Wusstest du von uns, dass wir so alt sind, / dass unsere Vergangenheit und unsere Zukun_ / das gleiche Maß haben?« Wie werden wir morgen lieben? Im Roman »Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten« von Emma Braslavsky geht es ins Berlin der nahen Zukun_. Die Stadt pulsiert dank der Hubot-Industrie: Robotik-Unternehmen stellen künstliche Partner*innen her, die von realen Menschen nicht zu unterscheiden sind; jede Art von Beziehungswunsch ist erfüllbar, uneingeschränktes privates Glück und die vollständige Abschaffung der Einsamkeit sind kurz davor, Wirklichkeit zu werden. Doch die Zahl der Selbsttötungen hat sich verzehnfacht.

Deshalb kommt Roberta auf den Markt! Emma Braslavskys Roman ist Großstadtmärchen und Kriminalgeschichte und erzählt witzig und rasant von der Allmacht der Algorithmen. Wir bringen sie ins Gespräch mit Daniela Danz, die seit Langem zu den wichtigsten Lyrikerinnen dieses Landes gehört. Ihr neuer Gedichtband »Wildniß« ist ein Ereignis! Darin überwuchern ihre Gedichte die Landscha_en, reisen mit dem Du ans Ende der Welt und in die Apokalypse, fragen nach Sehnsucht und Berührungen, die uns heute anfassen, damit man morgen noch lieben kann. Wenn zeitgenössische Lyrik eine Dringlichkeit hat, dann in den Versen von Daniela Danz: »wir sehen das wohl aber werden nicht hinnehmen dass eine Nacht / reicht uns / zu zerlegen / und neu / zusammenzusetzen«.

 
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Emma Braslavsky

liest aus »Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten«

Emma Braslavsky, 1971 in Erfurt geboren, ist seit 1999 als freie Autorin und Kuratorin tätig. Ihr Debütroman »Aus dem Sinn« wurde 2007 mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis sowie dem Franz-Tumler-Debütpreis ausgezeichnet und war für den Debütpreis des Budden-
brookhauses nominiert. 2019 erhielt sie den Preis des Wirtschaftsclubs im Literaturhaus Stuttgart, das Thüringer Literaturstipendium »Harald Gerlach« 2021, das Alfred-Döblin-Stipendium 2021, den Phantastikpreis der Stadt Wetzlar 2020 (Longlist).

Daniela Danz

liest aus »Wildniß«

Daniela Danz wurde 1976 in
Eisenach geboren und studierte Kunstgeschichte und Deutsche Literatur in Tübingen, Prag, Berlin und Halle, wo sie über Krankenhauskirchenbau promovierte. 2021 erhielt sie den ersten Günter Kunert Literaturpreis für Lyrik und 2020 den Literaturpreis der A und A Kulturstiftung für ihr literarisches Werk, 2019 wurde sie für einen Auszug aus dem Manuskript von »Wildniß« mit dem Deutschen Preis für Nature Writing  ausgezeichnet. 2022 erhielt sie den Lyrikpreis Orphil der Landeshauptstadt Wiesbaden

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Emma Braslavskys Roman wirft in literarisch überzeugender Weise die Frage auf, inwieweit sich gerade in einer Epoche des radikalen Individualismus die Grenze zwischen humanem Denken und künstlicher Intelligenz aufzulösen beginnt.

SWR