press to zoom

press to zoom

press to zoom

Eröffnung im Waldpark
Katarina Poladjan: Zukunftsmusik

Lucy Fricke: Die Diplomatin

Donnerstag, 30. Juni, 19 Uhr, Waldpark
Bei Regen: Glashaus

Moderation: Carolin Callies und Kristin Wolz

 

Jede Zeit ist die nach der Krise

Vom Jahr 1985 in Russland bis in die Gegenwart der Diplomatie führt der Eröffnungsabend der Ladenburger Literaturtage: Katerina Poladjan erzählt in »Zukun_smusik« die Geschichte eines Au_ruchs: In der sibirischen Weite, tausende Werst östlich von Moskau, leben in einer Kommunalka auf engstem Raum Großmutter, Mutter, Tochter und Enkelin unter dem bröckelnden Putz einer vergangenen Zeit. Es ist der 11. März 1985, Beginn einer Zeitenwende, von der noch niemand etwas ahnt. »Zukun_smusik« ist ein großer Roman über vier Leben am Wendepunkt, über eine untergegangene Welt, die bis heute nachwirkt, über die Absurdität des Daseins und die große Frage des Hier und Jetzt: Was tun?

Lucy Fricke berichtet in »Die Diplomatin« von Fred, einer erfahrenen und ehrgeizigen deutschen Konsulin. Eine Frau, die eigentlich nichts aus der Ruhe bringt, überall und nirgends zu Hause. Dann jedoch, in Montevideo, scheitert sie erstmals in ihrer Karriere. Sie wird versetzt ins politisch aufgeheizte Istanbul, ihrer bisher größten Herausforderung. Zwischen Justizpalast und Sommerresidenz, Geheimdienst und deutsch-türkischer Zusammenarbeit, zwischen Affäre und Einsamkeit stößt sie an die Grenzen von Freundschaft, Rechtsstaatlichkeit und europäischer Idee. In ihrem fulminanten, so komischen wie bitteren neuen Roman erzählt Lucy Fricke von einer Diplomatin, die den Glauben an die Diplomatie verliert – und das, was in ihrem Beruf das Wichtigste ist: die Geduld.

 

Hochdosiert, aber leichthändig ist Katerina Poladjans Zukunftsmusik ausgerechnet einer Zeit des Umbruchs der Sowjetunion gewidmet, so dass er auch aktuell brennend interessiert.

Frankfurter Rundschau

 
AF_Poladjan_Katerina__socialmedia_0388_Web_edited_edited_edited.jpg

Katarina Poladjan

liest aus »Zukunftsmusik«

Sie schreibt Theatertexte und Essays, auf ihr Prosadebüt »In einer Nacht, woanders« folgte »Vielleicht Marseille«. Sie erhielt 2014 das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung, war für den Alfred-Döblin-Preis nominiert und wurde 2021 mit dem Nelly- Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet. »Zukunftsmusik« stand auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022.

Lucy Fricke

liest aus »Die Diplomatin«

Lucy Fricke wurde in Hamburg geboren und lebt in Berlin. Für ihre Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet, zuletzt war sie Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. Ihr Roman »Töchter« erhielt 2018 den Bayerischen Buchpreis, wurde in acht Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt. Sie war früher beim Film tätig und lebte dafür längere Zeit in Stuttgart.


(Foto: Gerald von Foris)

Lucy Fricke_c_Gerald von Foris.jpg
 

Aktueller denn je: Wie geht man vor, wenn man etwas erreichen will, ohne dass es eskaliert? Ein Roman über die Kunst der Diplomatie.

DIE ZEIT